Jiddische Literatur- und Kulturwissenschaft

Jiddisch ist eine Weltsprache, die im gesamten deutschen Sprachraum und damit auch in Österreich seit ihren Anfängen eine wichtige Rolle gespielt hat und bis zum heutigen Tag noch immer spielt. Unser Ziel ist es, Studierenden einen umfassenden Überblick über die bewegte Geschichte der jiddischen Sprache, Literatur und Kultur in all ihren Facetten zu verschaffen. Ermöglichen möchten wir eine Auseinandersetzung mit Zeugnissen des Jiddischen aus unterschiedlichen Epochen sowie das Erlernen der Grundkenntnisse der jiddischen Sprache.

Die Wahl der von uns angebotenen Lehrveranstaltungen ermöglicht es Studierenden, ihrem Studienportfolio einen Schwerpunkt mit hohem Wiedererkennungwert zu verleihen: Unsere Absolvent*innen verfügen über wissenschaftlich fundierte Grundkenntnisse der komplexen kulturellen, religiösen, politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten des jiddischsprachigen Aschkenas vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Sie sind eigenständig in der Lage, einschlägige Quellen und Beiträge zur Forschung kritisch zu sichten und kompetent auszuwerten. Zudem erhalten sie die Gelegenheit Einblicke in die Zusammenarbeit zwischen universitären und außeruniversitären Einrichtungen des Kulturmanagements zu gewinnen, die an der Vermittlung von Wissen über die jiddische Sprache, Literatur und Kultur partizipieren (Museen, Bibliotheken, Archive, Kulturzentren, Konzertveranstalter, Schulen, Filmfestivals etc.).

Eine wichtige Besonderheit der Jiddistik besteht darin, dass es sich bei ihr nicht um eine klassische Nationalphilologie handelt, sondern um ein Fach, das sich in besonderem Ausmaß für kulturelle Prozesse und Interaktionen interessiert, welche politische Grenzen aller Art überschreiten, geographisch erst weite Teile Europas und später der ganzen Welt umfassen und die Angehörige ganz unterschiedlicher sozialer Gruppen miteinander in Kontakt bringt.

Unser Angebot richtet sich daher an Studierende, die ihren Blick für die ebenso fruchtbaren wie konfliktreichen Dynamiken schärfen möchten, die im interkulturellen Austausch zwischen Minderheits- und Mehrheitskulturen entstehen. Zu diesem Zweck fördern wir insbesondere die komparatistischen und transdisziplinären Fähigkeiten der Studierenden, wie sie auch in vielen anderen geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern seit einigen Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen.